Über den Unsinn von musikalischen Stempeln

Letztlich ist aber auch Neoklassik nur ein von den Medien geschaffener PR-Begriff für viele zeitgenössische Pianisten, die weder Jazz noch Klassik machen, die stattdessen Klaviere bis zur Unkenntlichkeit verfremden (Niels Frahm, Olafur Arnalds), mit Maske (Lambert) oder im Bademantel auftreten (Chilly Gonzales) und die durch elektronisches Beiwerk die Nähe zur Popmusik suchen. Und schon sitzen wir alle in der Falle. Viele dieser Musiker sind einfach richtig gut und absolut individuell. Man kann Chilly Gonzales und Olafur Arnalds nicht über einen Kamm scheren. Ebensowenig Max Richter (der ja auch richtige Klassik und Filmmusik kann) und Ludovico Einaudi. Und dass sie erfolgreich sind, sollte man Ihnen von Herzen können. Es gibt wahrlich schlechtere Musik, die gehypt wird. Also – weg mit dem aufgedrückten Stempel und geniessen was gefällt!

Neoklassik im Selbstversuch

Anbei zwei kontroverse Artikel über einige erfolgreiche zeitgenössische Pianisten und die neue „Wellnessmusik“ Neoklassik. Mein Vorschlag: Erst den ersten Artikel lesen, dann von den genannten Musiker jeweils ein Stück anhören und vergleichen. Anschließend den zweiten Artikel lesen und sich seine eigene Meinung bilden.

Jeder Hörer, wird feststellen, dass die Unterschiede größer sind als erwartet und ja, die Kritik ist nicht unberechtigt. Entspannt und „einfach“ im Vergleich zu klassischen Werken sind sie irgendwie alle – genau wie mein neues Album, auf das ich sehr stolz bin, unabhängig, ob es einem Pseudo-Genre zugeordnet werden kann oder nicht.

https://www.welt.de/kultur/article177635638/Millionenerfolg-im-Streaming-Wie-die-Klassik-neu-erfunden-wird.html

https://www.zdf.de/nachrichten/heute/neo-klassik-new-classics-musik-mit-wellnesscharakter-interview-mit-thomas-grosse-100.html

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