Wer auf der Suche nach entspannter Klaviermusik ist, wird auf den zahlreichen Spotify-Playlisten fündig. Dabei sollte man aber etwas genauer hinschauen, denn die Qualität der Playlisten ist sehr unterschiedlich und von den musikalischen Erfahrungen und Vorlieben der jeweiligen Kuratoren abhängig:

Música Clásica: Über 280000 Hörer folgen dieser empfehlenswerten Playlist, die ungewöhnliche Klassik-Interpretationen mit aktueller neoklassischer Musik kombiniert. Sie wird regelmäßig aktualisiert und bildet die perfekte Klangtapete für den Fünf-Uhr-Nachmittagstee. Aufmerksam geworden bin ich auf die Liste durch die Chopin-Interpretation von Peter Schmalfuss. Mit 15 hatte ich das Vergnügen, diesen großartigen Pianisten bei einem Workshop kennenzulernen. Ein sehr nachhaltiges Erlebnis.

Relaxing Piano: Auf dieser Playlist ist der Kurator gleichzeitig als Interpret vertreten. Justus Rümenapp ist ein junger, sehr erfolgreicher neoklassischer Pianist aus Süddeutschland, der auf „Relaxing Piano“ sein Talent unter Beweis stellt, mit leicht dahinfließenden Melodien ein entspanntes Wohlgefühl bei seiner Hörerschaft zu erzeugen. Stilistisch wandelt er gekonnt zwischen Ludovico Einaudi und Alex Ffrench. Die übrigen Interpreten auf „Relaxing Piano“ sind sorgsam ausgewählt und runden das Bild einer sehr entspannten und stetig aktualisierten Playlist ab.

Focus Music: Work/Studying/Concentration von Kroschi: Mehr als 1500 Titel umfasst diese entschleunigende Playlist eines deutschen Kurators. Die Mischung aus klassischen Werken und zeitgenössischen Stücken ist liebevoll aufeinander abgestimmt. Die Interpreten sind sorgfältig ausgewählt; große Namen und spannende Newcomer wechseln sich ab. Wer seinen pianistischen Horizont erweitern will, kann hier neue Schätze entdecken.

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Mein neues Album erscheint am 6. Dezember 2019. Wie die Vorgängeralben ist „Talking Canvas“ von einer ruhigen, melancholischen Grundstimmung geprägt.

Neben den für die Piano Melancolia Alben typischen Charakterstücken wurden diesmal auch zwei pulsierende „Pop“-Stücke (das Titelstück „Talking Canvas“ und „Gate Nine“) aufgenommen. Drei weitere Stücke haben durch die Aufschichtung verschiedener Klangebenen den Charakter von Filmmusik („Bromium“, „Tellurium“ und „Niobium“).

Möglich wurde dies durch das einzigartige Klaviertool „Noire“ von Native Instruments. Grundlage dieses Tools ist der natürliche Klang eines großen Steinway Konzertflügels, bei dem Filz- und Mechanik-Geräusche individuell hinzugefügt werden können. Durch die Funktion des „Particle Engine“ können rhythmisch pulsierende, als eine Art Klangwolke agierende Strukturen erzeugt werden, die sich um die Töne des Pianisten ranken. Auf „Talking Canvas“ habe ich diese Möglichkeiten aber nur ganz dezent eingesetzt. Die beruhigende Wirkung dieser „Klangwolke“ entfaltet sich besonders beim Hören mit hochwertigen Kopfhörern. 

Erhältlich ist das neue Album von „Piano Melancolia“ ab 6. Dezember – weltweit als Download oder Stream (iTunes, Amazon music, Tidal, Spotify u.v.a.) und als CD bei Amazon:

Amazon:

https://www.amazon.de/dp/B0817Y95SF?ref=myi_title_dp

Apple Music:

http://itunes.apple.com/album/id1486670326?ls=1&app=itunes

Tidal:

https://listen.tidal.com/album/121986698

Hörproben:

Talking Canvas – das neue Album

Warum hören wir eigentlich so gerne traurige Musik? Ein sehr empfehlenswerter Artikel aus der Süddeutschen Zeitung (geschrieben von Boris Hänßler)  hat darauf eine Antwort: Traurige Musik kann eine Reihe von komplexen Assoziationen auslösen, die positiv besetzt sind: Nostalgie, Ruhe, Zärtlichkeit, Transzendenz und Verwunderung (den ganzen Artikel gibt es hier): https://www.sueddeutsche.de/wissen/psychologie-musik-im-kopf-1.2800972

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